Bärlauch

Bärlauch ist schon seit der Zeit der Germanen und Kelten bekannt. Selbst in der Jungsteinzeit fand man in einigen Siedlungen des Alpenvorlandes häufig Überreste von Bärlauch. Wahrscheinlich wurde Bärlauch schon vor über 5000 Jahren als Küchenkraut verwendet. Die heilende Wirkung der Pflanze fand dabei genauso Beachtung wie die Würzwirkung in der Küche.

Bärlauch findet sich in Nordasien und fast ganz Europa. Mittlerer Weile werden die Pflanzen aber auch in Kulturen gezüchtet. Als Kaltkeimer haften die Bärlauchsamen an Tierfüßen und werden so weiterverbreitet. Zunächst müssen die Samen eine Frostperiode überstehen, um dann auszukeimen. Am jeweiligen Standort verbreitet sich die Pflanze dann schnell über ihre Zwiebeln und bildet sogenannte Horste aus. Sandige Böden eignen sich für die Anpflanzung der Bärlauch Pflanzen nicht.

Beim Sammeln von Bärlauch muss sehr darauf geachtet werden das die Pflanzen nicht mit Maiglöckchen, dem gefleckten Aronstab oder den Blättern der Herbstzeitlosen verwechselt werden. Alle drei dem Bärlauch in der Optik ähnelnden Pflanzen sind hochgiftig. Als krautige Pflanze die circa 20 – 50 Zentimeter hoch wächst, verbreitet die Pflanze einen leichten Knoblauchgeruch. Die langstieligen Blätter sind in etwa 3 – 5 Zentimeter breit. Die Blütenstängel sind zwei- oder dreikantig und bilden einen doldigen Blütenstand aus. Die weißen Blüten des Bärlauchs sind sternförmig mit je sechs gleichgestalteten Blütenhüllblättern.

In der Heilkunst wird Bärlauch mit seinen ätherischen und Aminosäuren sehr geschätzt. Bärlauch ist reich an Vitamin C und schützt durch seine blutgerinnungshemmende Wirkung unter anderem vor Herz- Kreislauferkrankungen. Ebenso wirkt Bärlauch vorbeugend vor Krebserkrankungen.

Bärlauch der lateinisch als Allium ursinium bezeichnet wird gehört zur Pflanzenfamilie der Amaryllisgewächse. Hier in der Unterfamilie der Lauchgewächse (Alliodeae) finden auch die Synonyme Allium latifolium oder Ophioscorodon ursinum Verwendung. Eine Unterart des Bärlauchs ist die Alliumursinum subsp. Ucrainicum welche sich durch andersartige Blattstiele auszeichnet.

Mögliche Anwendungsgebiete & Wirkung

Appetitlosigkeit, Arteriosklerose, Asthma, Blähungen, Bluthochdruck, Bronchitis, Cholesterinspiegel senkend, Durchfall, Fieber, Frühjahrsmüdigkeit, Galle treibend, Hautreizend, Rheuma, Stoffwechsel anregend, Verdauungsstörungen, Würmer

Verwendbare Pflanzenteile

Blätter

Bärlauch

Bärlauch


Foto: Otto Wilhelm Thomé - Flora von Deutschland, Österreich und der Schweiz, 1885